Leistungen für Patienten, Fallbeispiel 1

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Patient: männlich, 61 Jahre

 Aufgrund parodontaler Probleme elongierte der Zahn 11 und mußte entfernt werden. Eine herausnehmbare Interimsprothese wurde vorübergehend eingegliedert. Wegen der parodontalen Entzündung war eine Sofortimplantation nicht möglich. Es war daher eine verzögerte Sofortimplantation indiziert.

Bei dem Patienten bestand ein Diastema zwischen Zahn 11 und 21. Der Patient wünschte dieses Diastema zu erhalten. Diffentialtherapeutisch kam eine Marylandbrücke oder eine Fingerhutbrücke in Frage. Beides war kontraindiziert. Die Nachbarzähne sind kariesfrei. Neben dem zu erwartenden Schleiftrauma der Nachbarzähne wäre der Erhalt des Diastemas mit den Brücken nicht befriedigend zu lösen gewesen. Die Implantation war daher die einzige Lösung.

Nach Entfernen des Zahnes tritt in der Regel eine Retraktion der Mukosa und eine Resorption des Knochens ein. Die Resorptionsquoten werden unterschiedlich bewertet. Jedoch ist bei einer verzögerten Sofortimplantation immer mit einer Augmentation zu rechnen. Daher sollte die Schnittführung bei einer verzögerten Sofortimplantation den Voraussetzungen einer Augmentation Rechnung tragen. Die Aufklärung des Patienten muß auch in diese Richtung erfolgen. Die Versorgung dieser Lücke erfolgte mit dem FRIALIT-2 Implantatsystem, Durchmesser 6,5mm und 15mm Länge (Fa. FRIADENT, Mannheim). Der Durchmesser des Implantates orientierte sich an dem Durchmesser des Nachbarzahnes und an der prothetischen Positionierung. Der Abstand zu den Nachbarzähnen sollte nicht geringer als 1mm bis 2mm sein. Aufgrund des Diastemas mußte der Abstand zum Zahn 21 größer sein als der zum Zahn 12.

 Die Lokalisation des Implantates in die Lücke erfolgt nach prothetischen Gesichtspunkten ohne Berücksichtigung der facialen Knochenlamelle, Der Aufbau des facialen Knochens erfolgte durch die Knochenspäne, die mittel eines Bone-Collector (Fa. FRIADENT, Mannheim) aus der Implantatkavität gewonnen wurden. Die Knochenspäne wurden mit einer Membran aus Titan (Bone-Shield, Fa. FRIADENT, Mannheim) abgedeckt. Das Bone-Shield wurde mit Hilfe von Nägeln (FRIOS, Fa. FRIADENT, Mannheim) palatinal und vestibulär fixiert. Aufgrund auch der geringen vertikalen Augmentation wurde die Membran über die Abdeckschraube gespannt.

Nach vier Monaten Einheilphase wurde das Implantat geöffnet, die Membran entfernt und ein Gingivaformer zur Ausformung der Mukosa  eingeschraubt. Der Abdruck wurde während der Eröffnung der Implantate genommen und eine verblendete horizontal verschraubte Galvanokrone wurde eingesetzt.

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