Leistungen für Patienten, Fallbeispiel 16

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Patient: männlich, 64 Jahre

Der zahnlose Patient wünschte für die Unterkieferversorgung eine festsitzende Brückenkonstruktion. Vor vielen Jahren hatte er sich im Unterkieferseitenzahnbereich eine subperiostale Kieferkammerhöhung mit Allotropat (Fa. Heyl, Berlin) durchführen lassen. Reste dieses keramischen Aufbaus sind röntgenologisch noch nachweisbar. Nachdem es sich bei dem Allotropat um eine Keramik handelt, war eine Implantation in diesem Bereich nicht möglich. Der gesamte Aufbau müßte entfernt werden. Die anschließende Reduzierung des Alveolarfortsatzes wäre mit Hilfe von Knochen und modernen Aufbaumaßnahmen notwendig. So nahm der Patient schließlich von der Implantation im posterioren Anteil Abstand.

Sechs FRIALIT-2 Implantate (Fa. FRIADENT, Mannheim) wurden interforaminär eingesetzt. Aufgrund des Abstandes zwischen den beiden foramina konnte der Durchmesser nicht größer als 3,8mm gewählt werden. Die Breite des Alveolarfortsatzes war jedoch ausreichend auch dickere Implantate einzusetzen, wobei allerdings der interimplantäre Abstand so reduziert würde, daß eine einwandfreie Ernährung des Knochens von basal nicht gegeben wäre. Die Implantate wurden spannungsfrei abgedeckt. Nach einwöchiger Prothesenkarrenz wurde die Prothese weichbleibend mit Viscogel (Fa. De Trey, Wiesbaden) unterfüttert. Nach völliger Ausheilung wurde die Prothese mit Kaltpolimerisat unterfüttert. Ca. 4 Monate post operationem wurden die Implantate mit einer crestalen Schnittführung geöffnet und Gingivaformer eingesetzt. Die Prothese wurde wiederum ausgeschliffen und mit Viscogel (Fa. De Trey, Wiesbaden) unterfüttert.

Weitere 10 Tage später konnte der Abdruck genommen werden und die prothetische Rekonstruktion im Labor begonnen. Die sechs Implantate wurden mit einem primären Steg versorgt, über den dann eine Mesiostruktur eingeschraubt wurde. Durch diese Zweiteilung konnte der Zahnersatz nach vestibulär vorverlagert werden, um den okklusalen Verhältnissen Rechnung zu tragen und die Zunge nicht einzuengen. Mit dieser Art des Ersatzes konnte auch die Unterlippe gestützt werden, so daß ein Einfallen vermieden werden konnte. Die Primär- und Sekundärkonstruktionen wurden verschraubt und so paßgenau aufeinander gearbeitet, daß ein spaltfreier Sitz gegeben war. Die okklusalen Verschraubungen fixieren den semiparmenten Zahnkranz auf dem Steg. In einem strengen Recall wird 2 bis 3 mal jährlich die Mesiostruktur heruntergeschraubt, die Implantate gesäubert, auf Festigkeit mit dem Periotestwert überprüft und schließlich mit Chlorhexidingel (Fa. Blendax, Mainz) wieder reponiert.

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