Leistungen für Patienten, Fallbeispiel 19

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Patient: weiblich, 52 Jahre

Die Patientin trug seit 12 Jahren einen herausnehmbaren Ersatz im Oberkiefer. Der Alveolarfortsatz war in vertikaler und horizontaler Richtung soweit atrophiert, daß an eine festsitzende Versorgung nicht zu denken war. Die Stützung der Lippe und der subnasalen Region mußte unterstützt werden, so daß sich eine festsitzende Versorgung verbot. Nach präimplantologischer Diagnostik und intensiver Diskussion mit der Patientin und Aufklärung willigte sie zu einer gaumenfreien Versorgung im Oberkiefer ein.

Es wurden 8 Implantate geplant, die rechts aufgrund einer anterioren Position der Kieferhöhle mit einer Sinusbodenelevation eingesetzt werden mußten. Linksseitig wurden die Implantate in den ortsständigen Alveolarfortsatz eingesetzt. Rechtsseitig wurde mit einer Mischung aus Knochen und BIO-OSS (Fa. Geistlich, Wohlhusen) aufgebaut. Der Knochen wurde aus der Kinnregion entnommen. Ein cortico-spongiöser Block wurde gewonnen und aus der Tiefe Spongiosaanteile mit dem scharfen Löffel entfernt. Ein Gemisch aus Spongiosa und BIO-OSS mit Blut wurde in die Kieferhöhle eingefüllt. Das Tatumwindow war so dimensioniert, daß der cortico-spongiöse Block durch Verkeilung eine primäre Stabilität erhielt.

Es wurden 8 FRIALIT-2 Implantate (Fa. FRIADENT, Mannheim) mit einer Länge von 13mm/15mm und einem Durchmesser von 4,5mm eingesetzt. Die Nahtlegung erfolgte spannungsfrei und komplikationslos. Nach 14-tägiger Prothesenkarrenz wurde die Prothese weichbleibend mit Viscogel (Fa. De Trey, Wiesbaden) unterfüttert. Nach völliger Beschwerdefreiheit und Abschwellung wurde dann die weichbleibende Unterfütterung durch Prothesenmaterial ersetzt. Ca. ein 3/4 Jahr später wurden mit einer crestalen Schnittführung die Implantate eröffnet, Gingivaformer eingesetzt und die restaurative Phase begonnen. Die Prothese wurde wiederum basal ausgeschliffen und mit weichbleibendem Unterfütterungsmaterial (Viscogel, Fa. De Trey, Wiesbaden) ersetzt. Die 8 Implantate wurden mit einem Steg mit passivem Sitz verbunden. Darüber erhielt die Patientin eine riegelgetragene herausnehmbare Versorgung mit frontalem Kunststoffanteil zur Stützung der Weichteilregion.

Das Ziel der Patientin einer festsitzende Versorgung konnte aufgrund der vorgegebenen Situationen nicht erreicht werden. Die gaumenfreie Versorgung und die ansprechende Weichteilstützung aber stellen dennoch ein zufriedenstellendes Ergebnis dar.

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