Leistungen für Patienten, Fallbeispiel 2

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Patient: weiblich, 58 Jahre

Der Zahn 12 wies eine völlige Kronenfraktur nach Trauma auf. Der Stift hat auch die Wurzel teilweise frakturiert, so daß eine Entfernung der Wurzel notwendig wurde. Nachdem noch keine entzündliche Veränderung im umliegenden Knochen oder im Weichgewebe entstanden waren, war eine Sofortimplantation möglich, jedoch unter der Voraussetzung, daß die Restwurzel in toto entfernt werden könnte.

 Zur besseren Übersicht der labialen Knochenverhältnisse wurde eine trapezförmige Aufklappung vorgenommen. Es gelang die Wurzel gesamt zu entfernen und somit eine Implantation anzuschließen. Bei einer Sofortimplantation ist darauf zu achten, daß die faciale Knochenlamelle nicht durch die Implantatfräsung traumatisiert wird.

Zu beachten ist auch die Achsenrichtung des Implantates. In einigen Fällen kann das Implantat nicht über den Fundus der Alveole hinaus gesetzt werden, da ansonsten der apikale Teil des Implantates durch den facialen Knochen fenestriert. Es muß dann in solchen Fällen eine leicht palatinale Achsenrichtung des Implantates gewählt werden. Die restlichen Knochenhöhle der Alveole regeneriert vollständig unter physiologischen Gesichtspunkten. Die etwas palatinale Achsenrichtung des Implantates kann durch abgewinkelte Aufbauten kompensiert werden. Spalträume um das Implantat herum regenerieren bis zu einer Distanz von ca. 1mm selbständig. Darüber hinausgehende Knochendefekte müssen aufgefüllt werden. Je nach Ausgangslage wird eine gedeckte zweiphasige oder eine offene einphasige Implantation angestrebt. Wird eine Membranbehandlung angeschlossen, ist ohnehin eine zweiphasige Implantation notwendig.

 Nach Periostschlitzung wurde das Implantat abgedeckt (FRIALIT-2 Implantatsystem, 5,5mm Durchmesser, 15mm lang, Fa. FRIADENT, Mannheim) und eine provisorische Versorgung in Form einer Schiene mit dem fehlenden Zahn eingesetzt. Die Patientin trug diese Schiene über ca. 1/4 Jahr. Danach wurde die Eröffnung des Implantates angeschlossen und die Kronenversorgung eingegliedert. Bei dieser Art der Sofortimplantation ist darauf zu achten, daß ausreichend attached-gingiva um den zu entfernenden Zahn vorhanden war. Die Mobilisation der Mukosa würde andernfalls bewegliche Schleimhaut im direkten Durchtrittsbereich des Implantates ergeben. Auch die Farbe der beweglichen Schleimhaut ist unterschiedlich zur attached-gingiva,  so daß damit auch die rote Ästhetik beeinträchtigt wird. Unter Berücksichtigung der ästhetischen Parameter wäre andernfalls an eine einphasige Sofortimplantation oder eine verzögerte Sofortimplantation zu denken.

Differentialtherapeutisch wäre nur an ein Brückenverband mit Entfernen der bisherigen Kronenversorgung zu denken.

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