Leistungen für Patienten, Fallbeispiel 20

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Patient: männlich, 66 Jahre

Der Patient stellt sich mit einem zahnlosen Oberkiefer vor. Im Unterkiefer sind vor 14 Jahren 5 FRIALIT-2 Implantate (FA. FRIADENT, Mannheim) mit einer steggetragenen Mesiostruktur eingesetzt worden Aufgrund der guten Erfahrungen mit der Unterkieferversorgung strebt der Patient jetzt eine festsitzende Oberkieferversorgung an.

Bei der präimplantologischen Diagnostik stellt sich ein voluminöser Oberkiefer dar mit einem geringen Resorptionsverhalten. Die intermaxilläre Distanz erlaubt eine festsitzende Versorgung, vorausgesetzt, die Implantate können in einer ausreichenden Länge eingesetzt werden. Entsprechend der Regel nach Antes wird das Kronen-/Wurzelverhältnis bestimmt. Im anterioren Frontbereich ist ausreichend Knochen vorhanden, während im Seitenzahnbereich eine doppelseitige Sinusbodenelevation durchgeführt werden muß. Aufgrund der geringen Restalveolarkammhöhe unter 6mm ist eine Sinusbodenelevation im zweizeitigen Verfahren durchzuführen.

Als erster Behandlungschritt wird beidseitig die Kieferhöhle angehoben, mit BIO-OSS (Fa. Geistlich, Wohlhusen) gefüllt und vestibulär mit einer Bio-Gide-Membran abgedeckt. Die Bio-Gide-Membran wird nicht mit Nägeln fixiert, sondern lediglich locker auf das Augmentat plaziert. Mit Hilfe einer spannungsfreien Naht werden beide Operationsgebiete abgedeckt.

Der Patient konnte über einen Zeitraum von 8 Wochen auf seine Prothese verzichten, so daß weder auf die Membran noch auf das Augmentat Mikrobewegungen ausgeübt wurden. Kann keine Prothesenkarrenz eingehalten werden, empfiehlt es sich, die Membran mit Hilfe von Nägeln zu fixieren.

Nach ca. einem 3/4 Jahr wurden nach präimplantologischer Diagnostik mit einer Bohrschablone die FRIALIT-2 Implantate (Fa. FRIADENT, Mannheim) gesetzt. Da noch einige Knochendefizite vorhanden waren, war eine zusätzliche laterale Augmentation im Frontzahnbereich notwendig. Mit Hilfe der Bohrkerne aus den Implantatstollen wurde lateral augmentiert und mit einer Titanmesh (Fa. Leibinger, Freiburg) abgedeckt. Die Titanmesh-Membran wurde mit Hilfe der dazugehörigen kleinen Osteosyntheseschrauben fixiert. Auch hier wurde wiederum Prothesenkarrenz eingehalten, so daß eine reaktionslose Einheilzeit bei geschlossenem Tegument erzielt werden konnte.

Weitere ca. 4 Monate später wurden die Implantate eröffnet, wobei gleichzeitig das Titanmesh entfernt werden konnte.

Die einzelnen Hohlzylinder sind nicht mehr zu erkennen und mittlerweile zu einem lateralen Augmentat zusammengeschmolzen.

Nach Einsetzen der Gingivaformer werden die mukosalen Anteile ausgeformt. Über Wachsaufstellung mit Bißregistrierung und Rohbrandeinproben wird der zweite Rohbrand mechanisch poliert und zum provisorischen Tragen eingesetzt. Nach einer Gewöhnungs- und Probetragezeit von ca. 2 bis 4 Wochen wird die Rekonstruktion remontiert und die Hinweise des Patienten eingearbeitet.

Die Brücke wird dreigeteilt, wobei die Prämolaren mit den Molaren verbunden die Frontzahnbrücke getrennt eingesetzt werden. Die Implantate werden verschraubt. Die Schraublöcher werden mit Füllungsmaterial für provisorische Inlayversorgungen abgeschlossen.

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