Leistungen für Patienten, Fallbeispiel 5

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Patient: weiblich, 26 Jahre

Bei der Patientin liegt eine juvenile Parodontitis vor, bei der bisher mit parodontalchirurgischen Maßnahmen und Prophylaxe versucht wurde, die Zähne so lang wie möglich zu erhalten.

Die juvenile Parodontitis verursachte auch eine Zahnwanderung, wobei okklusalen Interferenzen auftraten. Die Patientin stellte sich vor mit einer Elongation des Zahnes 21 und einer starken Beweglichkeit der Zähne 31 und 41. Die Mobilität der zwei Zähne war Lockerungsgrad 3 mit Parodontitis. Im Oberkiefer hatten sich noch keine entzündlichen Veränderungen ergeben.

Es stellte sich bei der jugendlichen Patientin die Frage der implantologischen Versorgung in Verbindung mit der Prognose der anderen verbleibenden Zähne. Die Patientin entschied sich für eine implantologische Sanierung ihres Zahnsystemes, die schrittweise, entsprechend der Notwendigkeit der Extraktion von Zähnen, erfolgen sollte. Die Endversorgung würde schließlich in einer zukünftigen Zahn-für-Zahn-Implantation enden.

Unter Berücksichtigung der parodontalen Verhältnisse und einem ausreichenden cranialen Knochenangebotes in regio 21 wurde der Patientin zu einer geschlossenen Sofortimplantation mit anschließender Sofortversorgung geraten.

Ziel der Behandlung war es, nach Extraktion des Zahnes das Implantat einzusetzen, den Abdruck anzuschließen und am gleichen Tage eine horizontal verschraubte Galvanokrone einzusetzen. Damit würde der Patientin eine provisorische Versorgung erspart und die Stützung des Weich- und Hartgewebes durch ein zahnanaloges durchmesserorientiertes Implantat wäre gegeben.

Der Zahntechniker kann anhand des extrahierten Zahnes Form und Farbe des natürlichen Zahnes bei der Kronenversorgung nachvollziehen, so daß eine sofortige Kronenversorgung mit Stützung des Weichgewebes lediglich zur prothetischen Versorgung der Lücke eingesetzt wird.

Sowohl in der maximalen Interkuspidation wie auch in der Seitwärtsbewegung weist dieser Zahn keinen Kontakt auf. Es ist zu beachten, daß bewegliche Zähne eine Auslenkung erfahren, die dann in der maximalen Interkuspidation zu Kontaktmöglichkeiten auf dem sofort versorgten Implantat führen. Es ist zu unterscheiden zwischen einer Sofortbelastung und einer Sofortversorgung. Die Belastung erhält funktionelle Lasteinleitung durch Zahnersatz, während eine Sofortversorgung nur den ästhetischen Anforderungen ohne Kaukontakt entspricht. Diese Sofortversorgungen sind nur im Bereich der Oberkieferfront bei parodontaler Abstützung von natürlichen Zähnen oder Zahnersatz möglich.

Der Unterkiefer wurde im Rahmen einer verzögerten Sofortimplantation versorgt.

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